Weiterbildung im militärischen Sicherheitsbereich

Foto: Oberstabsfeldwebel Dirk Bennert; Presse- und Informationszentrum BAAINBw

Am 12. Oktober 2026 besuchten Mitglieder des Koblenzer Gästeführer e.V. das BAAINBw und das historische Preußische Regierungsgebäude im Rahmen unserer vielfältigen Weiterbildungsmaßnahmen.

In zwei Gruppen wurde uns von Mitarbeitern des Amtes das Haus und einige seiner interessanten, architektonischen Besonderheiten gezeigt und in zwei Vorträgen die Geschichte des Hauses, sowie die Aufgaben des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung in der Bundeswehr erläutert.

Das Haus konnte bekanntlich 1906 vom Präsidium des preußischen Regierungsbezirks Koblenz bezogen werden. Es überstand den 2. Weltkrieg ohne größere Beschädigungen. 1953 übernahm das Land Rheinland-Pfalz das Gebäude und verkaufte es 1960 an den Bund. 1961 wurde das Gebäude vom Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung übernommen. Bei den Mitarbeitern wird übrigens nicht vom Regierungsgebäude gesprochen, sondern die Bezeichnung Bundesbehördenhaus verwendet.

Die Planung des Gebäudes umfasste ausreichende Büroflächen, Sitzungssäle, ein Depot und Lagerräume. Von den Preußen wurden demnach136 Räume benötigt.

Ist uns Gästeführern die Front des Gebäudes weitestgehend bekannt, so überraschten uns noch weitere, weniger bekannte Details, vor allem im Inneren des Gebäudes.

So befinden sich z.B. im südlichen Eckturm unter den Erkern, Portraits von General Blücher und dem Freiherrn vom Stein. Viele Eingänge von Büros wurden mit bildhauerischen Elementen geschmückt, so ist über dem Eingang des früheren Büros des Regierungspräsidenten ein Adler abgebildet und an der Tür zu dessen Vorzimmer zwei Hähne.

In vielen weiteren Kapitellen und Bogenenden im südlichen Treppenhaus sind mit Motiven aus Land- und Forstwirtschaft, sowie Fischereiwesen ausgeprägt, was damit eine Fortsetzung der Symbolik in der Front darstellt.

Aufsehen erregend und in einem preußischen Gebäude unerwartet ist der gestaltete Sockel eines Tür-Pfeilers, der zum früheren Steueramt geführt hat. Hier ist ein menschliches Gesicht zu erkennen, das aber einen langen Rüssel hat, der Steuerabgaben aus dem Eigentum eines Bürgers abzieht.

Nach dem Vortrag über die Geschichte und die Besonderheiten des Gebäudes konnten wir die beschriebenen Kunstwerke selbst in Augenschein nehmen.

Der zweite Vortrag beschäftige sich mit den Aufgaben des BAAINBw und seiner Entwicklung in den letzten Jahren, in denen sich die Aufgaben, Prozesse und Beschaffungsmethoden wesentlich geändert haben.

Nur so konnten in 2025 11.560 Beschaffungsverträge abgeschlossen werden. Insgesamt gehören zum BAAINBw 117 Standorte für 11.000 zivile Mitarbeiter*innen und 1.900 Soldaten*innen in 11 Dienststellen. Davon sind Koblenz/Lahnstein ungefähr 8.000 Menschen beschäftigt.

Hauptaufgabe des Amtes ist die Ausstattung der Bundeswehr mit leistungsfähigem und sicherem Gerät. Dazu stehen Entwicklung, Erprobung, Beschaffung und das Nutzungsmanagement von Wehrmaterial im Fokus. Das umfasst von persönlicher Ausrüstung der Soldaten und Soldatinnen bis hin zu allen anderen militärischen Waffen und Geräten vom Panzer über Waffensysteme, IT-Systeme, Flugzeuge und Schiffe.  – HF